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go Etrich wurde am 25. Dezember
1879 in Oberaltstadt bei Trautenau (ostböhmische
Kreisstadt) geboren. Er besuchte die Realschule in Trautenau und absolvierte seine technischen und kommerziellen Hochschulstudien in
Leipzig. Da die väterlichen Unternehmungen, Spinnerei- und Leinenbetriebe in
Oberaltstadt, Bausnitz und Wyssotschansk,
auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis standen, begann Igo Etrich, von seinem Vater unterstützt, mit den
Flugversuchen.
Nach dem unglücklichen Ende des deutschen Flugpioniers Otto von Lilienthal
erwarb Etrichs Vater Ignaz die Patente und einige
Modelle aus dem Nachlaß. Dies ermöglichte dem Sohn Igo die Fortsetzung und den Ausbau der Lilienthal’schen
Forschungen.
Etrich Taube
Nach
verschiedenen Versuchen mit einem einfachen Fahrradmotor entschloß sich Etrich zum Bau eines Fluggerätes mit 36
Quadratmetern Tragfläche und einer Spannweite von zwölf Metern, dessen
Tragfähigkeit für das Gewicht eines Menschen ausgelegt war. Unter
Berücksichtigung aller bisher gemachten Erfahrungen wurde bis zum Winter
1906/07 der erste Monoplan „Etrich“ geschaffen.
Mit Hilfe seines Werkmeisters Karl Illner wurde das Modell „Etrich“,
die „Taube“, gebaut, die Etrich im April 1910 selber
einfliegen wollte. Dabei stürzte er jedoch ab und zog sich eine schwere
Rückgratverletzung zu. Die weiteren Flugversuche unternahm sein Werkmeister
Karl Illner.
Glücklicherweise
schaltete sich der Direktor der Daimler-Werke in Wr.
Neustadt, Ing. Ferdinand Porsche, ein, und stattete die „Taube“ mit einem
leistungsstarken Daimler-Porsche-Motor aus. Die so ausgerüstete „Etrich-Taube“ brach mit Karl Illner am Steuer sämtliche
Flugrekorde. Am 10. Oktober 1910 errang Illner den großen Preis der Stadt Wien
für den Überlandflug Wien–Horn– Wien.
Etrich gründete in Liebau/Schlesien
die „Etrich-Flieger-Werke“ und gewann einen jungen
Konstrukteur namens Heinkel für sein Unternehmen. Der Bedarf an
Militärflugzeugen robusterer Art machte es notwendig, die Produktion
umzustellen.
Da auch Liebau zu klein wurde, gründete Etrich die „Brandenburgischen Flugzeugwerke“ in Briest an
der Havel. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges lieferte dieses Werk den größten
Teil der Kriegsflugzeuge an die Mittelmächte. Aus dem Forscher Etrich wurde ein Fabrikant.
1918 kam das bittere Ende. Die Fabriken sowie die Flugzeuge wurden zerstört und
deren Weiterbau verboten. Etrich beschränkte sich
nunmehr auf die Leitung der väterlichen Textilbetriebe.
Die Katastrophe
erfolgte 1945. Igo Etrich verlor sein Eigentum, die väterlichen Fabriken und seine geliebte Heimat. Nach
den Wirren der Nachkriegszeit ließ sich Igo Etrich schließlich in Salzburg nieder. Hier begann der
betagte Flugpionier von vorne und konstruierte eine Spezialmaschine für die
Textilindustrie. Dr. Ing. h.c. Igo Etrich starb am 4. Februar 1967 und wurde auf dem
Salzburger Kommunalfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt.
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